Drohnen in der industriellen Inspektion
Für die industrielle Inspektion gibt es nicht die eine Drohne. Außen an Anlagenteilen fliegt die DJI M30T, innen in Kesseln, Tanks und Silos die kollisionstolerante Flyability ELIOS 3, und in gefüllten Wassertanks taucht eine Unterwasserdrohne. Dieser Überblick zeigt, welches Gerät wofür geeignet ist, welche Sensoren zum Einsatz kommen und wo die Grenzen liegen.
Welche Drohne passt zu Ihrer Anlage: außen, innen oder unter Wasser
Drohnen ersetzen bei vielen Inspektionsaufgaben Gerüste, Hubarbeitsbühnen, Kletterer und das Befahren durch Personal. Welches Gerät passt, hängt vor allem davon ab, wo geprüft wird: außen im Freien, innen in einem geschlossenen Raum oder unter Wasser. Wir setzen für Außenbefliegungen die DJI Matrice 30T (M30T) ein, für Innenbefliegungen die ELIOS 3 und für gefüllte Tanks eine Unterwasserdrohne. Das Ergebnis jeder Drohneninspektion ist ein Inspektionsbericht mit Fotos, Videos, 3D-Punktwolke und verorteten Auffälligkeiten.
Christian Engelke
1. Wo Drohnen Gerüst und Befahren ersetzen: Branchen und Anlagen
Drohneninspektionen werden in vielen Branchen eingesetzt. Unser Schwerpunkt liegt auf Industrie und Kraftwerken.
Typische Einsatzbereiche im Überblick:
- Industrieanlagen und Produktionsstätten: Tanks, Silos, Kessel, Schornsteine von innen, Rohrleitungen und Hallen. Innen fliegt die ELIOS 3, an Anlagenteilen von außen die M30T.
- Energie- und Versorgungsunternehmen: In Kraftwerken werden Kessel, Rauchgaskanäle, Kühltürme und Schornsteine von innen beflogen, im Brandschutz Lösch- und Sprinklertanks per Unterwasserdrohne.
- Öl- und Gasindustrie: In Raffinerien und Tanklagern sind Behälter und Rohrbrücken typische Ziele. Unsere Geräte sind nicht Ex-geschützt; ob die Drohne in explosionsgefährdeten Bereichen fliegen darf, entscheidet der Betreiber.
- Infrastruktur: Brücken, Kanäle und Schächte lassen sich ohne Gerüst oder Hubsteiger erfassen, sofern die Drohne hineinpasst.
- Baugewerbe und Architektur: Drohnen erfassen Gebäude, Dächer und Fassaden und dokumentieren Schäden ohne Gerüstaufbau.
- Landwirtschaft und Versicherungen: In der Landwirtschaft werden Drohnen vor allem zur Feldbeobachtung genutzt – das ist nicht unser Feld. Für Versicherer und Sachverständige liefern Drohnenaufnahmen eine nachvollziehbare Grundlage zur Schadensbewertung.
- Öffentliche Sicherheit: Behörden und Rettungskräfte nutzen Drohnen, um Gefahrenlagen aus der Luft zu überblicken.
Entscheidend ist nicht die Branche, sondern die Aufgabe: außen, innen oder unter Wasser. Danach richtet sich das Gerät.
2. Sicherheit, kürzerer Stillstand, geringere Kosten: was Sie gewinnen
Gegenüber klassischen Inspektionsmethoden bringen Drohnen in der Instandhaltung vor allem diese Vorteile:
- Sicherheit: Niemand muss auf Gerüste, in die Höhe oder in Behälter. Die Drohne fliegt in den gefährlichen Bereich, das Team bleibt außerhalb.
- Kürzerer Stillstand und Kostenersparnis: Ihre Inspektionskosten können um bis zu 80 % sinken, weil Gerüst, Kran, Hubarbeitsbühne und Kletterer entfallen. Unsere Drohne hält Stillstände kurz: Behälter, Kessel und Silos werden für die Innenbefliegung in der Regel außer Betrieb genommen und freigegeben, die Inspektion dauert aber Stunden statt Tage. Manche Anlagen können auch ohne Betriebsunterbrechung inspiziert werden, etwa Rohrbrücken von außen.
- Zugänglichkeit und Flexibilität: Drohnen erreichen Stellen, die sonst nur mit großem Aufwand zugänglich sind – Schornsteine von innen, Kesselwände, Tankdecken. Mehrere Anlagen lassen sich in einem Stillstand nacheinander prüfen.
- Detaillierte Datenerfassung und Analysen: Fotos, Videos, Wärmebilder und LiDAR-Daten werden in denselben Flügen erfasst – lückenlos über die ganze Fläche statt in Stichproben. Daraus entsteht ein Inspektionsbericht mit verorteten Auffälligkeiten; die Bewertung übernehmen Sachverständige oder Prüfer.
3. Kamera, Wärmebild, LiDAR: welcher Sensor was zeigt
Für die drei typischen Einsatzorte gibt es jeweils passende Geräte:
Außen: DJI M30T
Die M30T fliegt im Freien mit GPS. Sie kombiniert Weitwinkel-, Zoom- und radiometrische Wärmebildkamera und eignet sich für Fassaden, Dächer, Rohrbrücken und Kühltürme.
Innen: Flyability ELIOS 3
Die ELIOS 3 ist eine Drohne für die Inneninspektion mit Schutzkäfig. Sie darf Wände berühren, navigiert ohne GPS per LiDAR und fliegt in Tanks, Silos, Kessel, Industrieöfen, Abgaskanäle und Schornsteine von innen.
Unter Wasser
In gefüllten Sprinkler- und Wassertanks taucht eine Unterwasserdrohne. Schächte und Räume, die zu eng für eine Drohne sind, können wir nicht befliegen.
Sensoren und Kameras
Je nach Aufgabe kommen verschiedene Sensoren zum Einsatz:
- Optische RGB-Kameras liefern hochauflösende Fotos und Videos – die Grundlage jeder Sichtprüfung. Wärmebildkameras zeigen Wärmeunterschiede, etwa an Isolierungen oder Ausmauerungen.
- LiDAR-Sensoren erfassen den Raum als 3D-Punktwolke. Darin lassen sich Auffälligkeiten verorten und Geometrien maßstäblich erfassen.
- Ultraschallsensoren messen Wanddicken, brauchen dafür aber Kontakt zur Oberfläche. In der Praxis messen meist Prüfer mit Handgeräten – an den Stellen, die die Drohnenaufnahmen zeigen.
- Multispektralkameras und Magnetometer: Sie werden vor allem in Landwirtschaft und Vermessung eingesetzt; in der Anlageninspektion spielen sie eine untergeordnete Rolle.
- Gassensoren können Gaskonzentrationen messen. Sie ersetzen keine Freimessung für Personen und machen eine Drohne nicht Ex-tauglich; im Ex-Bereich entscheidet der Betreiber.
In dunklen Bereichen sorgt eine eigene LED-Beleuchtung für verwertbare Aufnahmen – wichtig in Tanks, Schächten, Kesseln und Rohren, in die kein Tageslicht fällt.
4. Vom Livebild zur Punktwolke: welche Daten Sie erhalten
Entscheidend ist, was nach dem Flug aus den Daten wird. Bei der industriellen Inspektion zählen vier Punkte:
- Echtzeit-Datenübertragung
Das Livebild läuft während des Flugs auf den Bildschirm am Boden. Betreiber und Prüfer können mitschauen und Stellen benennen, die genauer angesehen werden sollen. - KI und maschinelles Lernen
Software kann Auffälligkeiten wie Rost oder Risse in großen Bildmengen vormarkieren. Das beschleunigt die Auswertung; die Bewertung bleibt Aufgabe von Fachleuten. - 3D-Modellierung und digitale Zwillinge
Aus den LiDAR-Daten entsteht eine 3D-Punktwolke der Anlage. Befunde werden darin verortet, und spätere Inspektionen lassen sich mit dem Stand von heute vergleichen. - Datenarchivierung und Dokumentation
Fotos, Videos und Punktwolken bleiben für spätere Vergleiche erhalten. So lassen sich Veränderungen über die Jahre nachvollziehen und Instandhaltungsmaßnahmen planen.
5. Korrosion, Risse, dunkle Räume: typische Anwendungsfälle
Einige Aufgaben, für die sich Drohnen besonders eignen:
- Korrosionsüberwachung
An Tanks, Rohrleitungen und Stahlbauten zeigen Fotos und Wärmebilder, wo sich Korrosion bildet. Wiederholte Befliegungen machen die Entwicklung sichtbar. - Baumängel und Strukturinspektion
Risse, Abplatzungen und Verfärbungen an Beton, Mauerwerk und Ausmauerungen werden aus der Nähe erfasst – innen wie außen. - Inspektionen bei schlechten Lichtverhältnissen
In Kesseln, Tanks und Schächten liefert die eigene Beleuchtung der Drohne verwertbare Aufnahmen, wo sonst nichts zu sehen wäre. - Versicherungsrelevante Inspektionen
Nachvollziehbare Aufnahmen mit Datum und Ort helfen Versicherern und Sachverständigen, Schäden zu bewerten.
6. Wo die Drohne an Grenzen stößt: Wetter, Akku, Freigaben
Drohnen haben Grenzen, die man vor dem Einsatz kennen sollte:
- Wetterbedingungen und Akkulaufzeit
Außen begrenzen Regen und starker Wind den Einsatz. Ein Akku reicht für einen Flug von einigen Minuten; danach wird gewechselt, was bei der Planung berücksichtigt wird. - Signalstörungen und GPS-Abhängigkeit
In geschlossenen Räumen gibt es kein GPS. Die ELIOS 3 navigiert deshalb mit LiDAR und Kameras (SLAM) und hält auch in Tanks und Schächten ihre Position. - Freigaben und Nachweise
Unsere Piloten bringen die nötigen Nachweise mit; in Behältern und Hallen gelten vor allem Ihre betrieblichen Freigaben.
Hinzu kommen die Sicherheitsregeln des Betreibers: Einweisung, Freigaben, Absperrungen und Notfallplanung vor Ort. Unsere Geräte sind nicht Ex-geschützt; ob die Drohne in explosionsgefährdeten Bereichen fliegen darf, entscheidet der Betreiber.
Die Drohne braucht Sicht: Staub, Dampf oder trübes Wasser begrenzen die Aufnahmen. Sie sieht nur Oberflächen – Wanddicken, Proben oder exakte Rissbreiten ermittelt der Sachverständige gezielt an den Stellen, die unser Inspektionsbericht markiert.
7. Was kommt: autonome Flüge, digitale Zwillinge, KI
Die Technik entwickelt sich weiter. Absehbar sind vor allem diese Entwicklungen:
- Autonome Inspektionen und Multi-Drohnen-Einsätze
Drohnen fliegen zunehmend vorgegebene Routen selbstständig ab. Das macht wiederholte Inspektionen vergleichbarer, weil Bilder aus denselben Positionen entstehen. - Integration in Industrie 4.0 und digitale Zwillinge
Punktwolken und Befunde werden stärker mit den Anlagendaten verknüpft, sodass Instandhaltung und Planung auf einen gemeinsamen Stand zugreifen. - 5G und Echtzeitübertragung
Leistungsfähigere Datenverbindungen erlauben es, dass Fachleute einen Einsatz aus der Ferne mitverfolgen. - Verbesserte KI und prädiktive Wartung
Software wird Auffälligkeiten zuverlässiger vormarkieren und Veränderungen zwischen Inspektionen erkennen. Das hilft, Wartung zu planen, bevor es zu Ausfällen kommt.
Das passende Gerät hängt vom Einsatzort ab – Ihr Ergebnis ist der Inspektionsbericht
Drohnen sind in der industriellen Inspektion eine etablierte Alternative zu Gerüst, Kran und Kletterern. Welches Gerät passt, hängt vom Einsatzort ab: die DJI M30T außen, die ELIOS 3 innen, die Unterwasserdrohne im gefüllten Tank. Sie verbessern die Arbeitssicherheit, verkürzen Stillstände und liefern mit Fotos, Videos und 3D-Punktwolke eine belastbare Grundlage für die Instandhaltung. Welche Lösung zu Ihrer Anlage passt, erfahren Sie auf unserer Seite zur Inspektion mit der ELIOS 3 – oder schreiben Sie uns oder rufen Sie an.

