10 Fakten über Unterwasserinspektionen
Unterwasserinspektionen sind in vielen Industrieanlagen nötig – vom Sprinklertank über Löschwasser- und Prozesswasserbehälter bis zum Kühlwasserbecken und Einlaufbauwerk. Mit Unterwasserdrohnen (ROVs) lassen sich diese Prüfungen heute ohne Taucher und ohne Entleerung durchführen. Die folgenden zehn Fakten zeigen, was Unterwasserinspektionen per Drohne leisten und wo ihre Grenzen liegen.
Unterwasserinspektion mit ROVs und Micro-ROVs: ohne Taucher, ohne Entleerung
Moderne Unterwasserinspektionen werden zunehmend mit ROVs (Remotely Operated Vehicles) und Micro-ROVs durchgeführt, da sie gegenüber traditionellen Methoden erhebliche Vorteile bieten. ROVs ermöglichen präzise und sichere Inspektionen in Umgebungen, die für menschliche Taucher zu gefährlich oder schwer zugänglich wären. Micro-ROVs, die noch kompakter sind, können auch in sehr engen Räumen wie Rohrleitungen oder kleinen Behältern eingesetzt werden. Diese Drohnen sind nach kurzer Rüstzeit einsatzbereit und liefern hochauflösende Bilder in Echtzeit. Außerdem verursachen sie weniger Sedimentaufwirbelungen, was die Sicht verbessert. Die Verwendung von ROVs und Micro-ROVs spart nicht nur Kosten, sondern minimiert auch Risiken und Umweltbelastungen, was sie für Tanks und Becken in Industrieanlagen zur naheliegenden Methode macht.
Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Juliana Engelke
1. ROVs: Kein Taucher muss in den Tank
Früher wurden Unterwasserinspektionen von Tanks und Becken meist von Tauchern durchgeführt, was erhebliche Risiken und hohe Kosten mit sich brachte. Taucher brauchen spezielle Sicherheitsvorkehrungen, aufwendige Ausrüstung und ein mehrköpfiges Team, und in engen Behältern oder trübem Wasser ist das Tauchen besonders heikel. ROVs (Remotely Operated Vehicles) sind eine sicherere Alternative mit weniger Aufwand. Sie sind ferngesteuerte Unterwasserdrohnen, die keine Person ins Wasser schicken und je nach Ausstattung Kameras, Sonar oder Greifer mitführen. Gerade bei Sprinkler- und Löschwassertanks gilt: Der Tank muss nicht entleert werden, die Löschbereitschaft bleibt erhalten. Durch den Einsatz von ROVs sinken die Kosten für Inspektionen deutlich, da weniger Personal benötigt wird und die Drohnen ohne Taucherteam flexibler eingesetzt werden können.
2. Vom Sprinklertank bis zum Einlaufbauwerk: wo ROVs prüfen
Unterwasserdrohnen werden in vielen Industrien und Einsatzfeldern genutzt. In Industrieanlagen prüfen sie vor allem Sprinkler- und Löschwassertanks, Kühlwasser- und Klärbecken sowie Einlaufbauwerke und Entnahmeleitungen von Kraftwerken. Auch Brunnen, Wasserspeicher und Hafenanlagen gehören zu den typischen Einsatzorten. Damit sind ROVs ein nützliches Werkzeug, wenn ein Behälter oder Becken nicht entleert werden soll.
3. Hochauflösende Kameras zeigen Schäden im Detail
Moderne ROVs sind mit hochauflösenden Kameras ausgestattet, die eine detaillierte visuelle Inspektion ermöglichen. Viele dieser Kameras bieten mittlerweile 4K-Auflösung, sodass auch kleine Risse oder Korrosionsschäden sichtbar werden. Zusammen mit leistungsstarken LED-Leuchten arbeiten ROVs auch in dunklen Tanks, in die kein Tageslicht fällt. Bei starker Trübung ist die Sicht jedoch eingeschränkt. Das Kamerasystem spielt eine zentrale Rolle bei der Dokumentation der Inspektionsergebnisse, da die Bild- und Videoaufnahmen in Echtzeit an die Oberfläche übertragen werden. Diese Bildqualität sorgt dafür, dass kritische Bereiche umfassend dokumentiert und von Ihren Prüfern bewertet werden können.
4. Micro-ROVs: Inspektionen in engen Räumen
Micro-ROVs sind speziell entwickelte Unterwasserdrohnen, die besonders kompakt und leicht sind. Sie eignen sich für den Einsatz in engen oder schwer zugänglichen Bereichen wie Rohren, Tanks oder engen Spalten. Ihre geringe Größe ermöglicht es ihnen, durch Mannlöcher und kleine Revisionsöffnungen in einen Behälter zu gelangen, die für größere ROVs oder Taucher zu eng sind. Trotz ihrer geringen Größe sind Micro-ROVs mit leistungsstarken Kameras, Sonar und manchmal sogar Greifarmen ausgestattet, was sie zu einem wichtigen Werkzeug bei Inspektionen in schwer zugänglichen Bereichen macht. In industriellen Umgebungen, wie etwa in Wasseraufbereitungsanlagen oder chemischen Anlagen, senken Micro-ROVs Aufwand und Kosten, da keine zusätzlichen Zugänge geschaffen werden müssen.
5. Sonar zeigt bei Trübung Umrisse und Entfernungen
Eine der größten Herausforderungen bei Unterwasserinspektionen ist die schlechte Sicht, insbesondere in Gewässern, die durch Schmutz, Sedimente oder Algen getrübt sind. ROVs lassen sich daher mit Sonartechnologie ausstatten, die es ihnen ermöglicht, auch bei Nullsicht zu navigieren und Strukturen zu erfassen. Sonar arbeitet mit Schallwellen, die von Objekten reflektiert werden und so ein Bild der Umgebung erzeugen. Ein Sonar zeigt bei Trübung Umrisse von Wänden und Einbauten und misst Entfernungen; Korrosion oder Risse zeigt es nicht. Sonartechnologie ist besonders nützlich in Becken, Einlaufbauwerken oder Tanks mit Ablagerungen, wo Schlick und Sedimente die Sicht stark einschränken.
6. Livebild: Sie entscheiden noch während der Inspektion
Ein wesentlicher Vorteil moderner Unterwasserinspektionssysteme ist die Übertragung der Daten in Echtzeit an die Oberfläche. Kamera und Sensoren des ROVs senden ihre Informationen direkt an den Piloten. Sie sehen das Livebild während der Inspektion und können auffällige Stellen direkt genauer anfahren lassen. Das verringert Nachinspektionen. Videos, Bilder und gegebenenfalls Sonardaten stehen anschließend für die Planung von Reparaturen oder weiteren Maßnahmen zur Verfügung.
7. Weniger aufgewirbeltes Sediment, weniger Störung
Ein oft übersehener Vorteil von ROVs ist ihre Umweltfreundlichkeit. Im Vergleich zu traditionellen Tauchinspektionen oder dem Einsatz von schweren Maschinen wirbeln ROVs weniger Sedimente auf und stören die natürliche Unterwasserumgebung weniger stark. Dies ist besonders wichtig in Löschwasser- und Prozesswassertanks, deren Wasser sauber bleiben soll. Die präzise Steuerung von ROVs ermöglicht es, gezielt zu arbeiten, ohne das umliegende Gebiet unnötig zu beeinflussen. Auch dort, wo gefährliche Stoffe oder Chemikalien im Wasser sein können, muss kein Mensch ins Medium.
8. Dunkel, trüb, eng: wo der Einsatz von Tauchern schwierig ist
ROVs sind dafür ausgelegt, dort zu arbeiten, wo der Einsatz von Menschen schwierig oder gefährlich ist. In Tanks und Becken sind das vor allem Dunkelheit, Trübung, enge Einstiegsöffnungen und Einbauten wie Leitungen, Ansaugkörbe oder Leitern. Außerdem können sie in belasteten Medien eingesetzt werden, etwa in Klär- oder Kühlwasserbecken, sofern Medium und Werkstoffe der Drohne zusammenpassen. Die Kabelverbindung zur Oberfläche überträgt das Livebild und sichert die Bergung der Drohne.
9. Korrosion und strukturelle Schäden früh erkennen
Ein zentrales Ziel jeder Unterwasserinspektion ist es, strukturelle Schäden frühzeitig zu erkennen, um kostspielige Reparaturen oder Ausfälle zu vermeiden. ROVs liefern mit Kamera und Beleuchtung aus nächster Nähe Aufnahmen von Korrosion, Rissen, Ablagerungen und beschädigten Beschichtungen. Die hochaufgelösten, verorteten Aufnahmen decken die Sichtprüfung ab und zeigen, wo eine gezielte Prüfung am Bauteil lohnt, etwa eine Wanddickenmessung per Ultraschall. Diese Prüfung und die Bewertung der Befunde übernehmen Ihre Sachverständigen an den im Inspektionsbericht markierten Stellen. Die frühzeitige Erkennung solcher Schäden ist entscheidend, um Sicherheitsrisiken zu minimieren und die Lebensdauer von Unterwasserstrukturen zu verlängern.
10. Die Zukunft: Künstliche Intelligenz und autonome ROVs
Die Entwicklung der Unterwasserinspektion geht in Richtung Künstlicher Intelligenz (KI) und autonomer Funktionen. Hersteller und Forschungsprojekte arbeiten an ROVs, die Routen selbst planen, Hindernissen ausweichen und Auffälligkeiten in den Aufnahmen automatisch markieren. In Tanks und Becken steuern heute weiterhin erfahrene Piloten die Drohne. KI kann künftig helfen, Befunde in großen Bildmengen leichter zu finden.
Kein Taucher, keine Entleerung – die Löschbereitschaft bleibt erhalten
Unterwasserdrohnen machen die Prüfung von Sprinkler- und Löschwassertanks sowie von Becken und Einlaufbauwerken deutlich einfacher: kein Taucher, keine Entleerung, die Löschbereitschaft bleibt erhalten. Sie erhalten einen Inspektionsbericht mit Fotos, Videos und Auffälligkeiten mit Lageangabe im Tank (Wand, Höhe, Einbauteil), auf dessen Grundlage Ihr Prüfer entscheidet. Wenn Sie einen Tank oder ein Becken prüfen lassen möchten, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Mehr zur Inspektion von Sprinkler- und Wassertanks.

