Die 8 häufigsten Korrosionsarten
Korrosion schwächt Tanks, Rohrleitungen und Stahlbauten und ist eine häufige Ursache für Reparaturen und ungeplante Stillstände. Von Lochfraß bis Spaltkorrosion – die verschiedenen Korrosionsarten verlangen unterschiedliche Gegenmaßnahmen. Hier finden Sie die 8 wichtigsten Korrosionsarten und erfahren, was Drohneninspektionen davon sichtbar machen – und wo andere Prüfverfahren nötig sind.
Korrosionsschäden früh erkennen: Inspektion per Drohne ohne Gerüst
Korrosion ist besonders dort gefährlich, wo man schlecht hinkommt: an Tankdecken, in Behältern oder an hochliegenden Rohrleitungen. Klassische Inspektionen brauchen dort Gerüste, Kletterer oder das Befahren durch Personal. Mit der Drohne ELIOS 3 für Innenräume und mit Unterwasserdrohnen für gefüllte Tanks lassen sich sichtbare Korrosionsschäden sicher erfassen und verorten. Was die Drohne nicht zeigt, etwa den Verlust an Wanddicke, misst Ihr Prüfer gezielt an den Stellen, die unser Inspektionsbericht markiert.
Christian Engelke
1. Flächenkorrosion: Die häufigste Korrosionsart
Flächenkorrosion greift Metalloberflächen großflächig und gleichmäßig an. Diese weit verbreitete Korrosionsart zeigt sich durch typische Rostbildung und matte Verfärbungen. Besonders gefährdet sind exponierte Metallflächen in Industrieanlagen:
Kritische Bereiche:
- Außenliegende Stahlkonstruktionen
- Ungeschützte Metallverkleidungen
- Freiliegende Rohrleitungssysteme
Effektive Prävention:
- Industrielle Schutzbeschichtungen
- Galvanische Veredelung
- Einsatz korrosionsbeständiger Materialien
Drohneninspektion:
- Flächenkorrosion ist gut sichtbar: Rostflächen, Verfärbungen und abblätternde Beschichtung zeigen sich deutlich auf Foto und Video. Die ELIOS 3 erfasst sie mit Kamera und eigener Beleuchtung auch in dunklen Behältern. Wiederholte Befliegungen machen sichtbar, wie sich die Flächen entwickeln. Den verbleibenden Materialabtrag misst der Prüfer, etwa per Ultraschall-Wanddickenmessung.
2. Lochfraßkorrosion: Punktueller Angriff mit großer Tiefe
Lochfraßkorrosion (Pitting) zählt zu den gefährlichsten Korrosionsformen. Sie entwickelt sich punktuell und frisst sich tief ins Material – oft unbemerkt von außen. Besonders Edelstahl ist gefährdet, wenn seine Schutzschicht beschädigt wird.
Gefahrenzonen:
- Chemische Anlagen mit Chlorid-Exposition
- Maritime Industrieanlagen
- Prozessbehälter mit aggressiven Medien
Präventionsstrategien:
- Spezielle Korrosionsschutz-Beschichtungen
- Installation von Opferanoden
- Systematische Überwachung gefährdeter Bereiche
Drohnenbasierte Erkennung:
Die ELIOS 3 ermöglicht detaillierte Inspektionen von Tanks und Behältern. Ihre hochauflösende Kamera und die Beleuchtung machen Lochfraßstellen an der Oberfläche sichtbar – oft erkennbar an Rostpusteln oder kleinen Kratern. Die Aufnahmen zeigen, wo die Stellen liegen; ihre Tiefe lässt sich im Bild nicht messen und wird vom Prüfer gezielt nachgemessen.
3. Spaltkorrosion: Verborgene Schäden an Verbindungsstellen
Spaltkorrosion entwickelt sich in engen Zwischenräumen, wo mangelnde Sauerstoffzufuhr aggressive Korrosionsbedingungen schafft.
Besonders kritisch sind Verbindungsstellen und Überlappungen in Industrieanlagen.
Risikobereiche:
- Verschraubte Rohrverbindungen
- Flanschverbindungen
- Überlappende Metallkonstruktionen
- Dichtungsbereiche
Gezielte Prävention:
- Konstruktive Vermeidung enger Spalten
- Einsatz spezieller Dichtungsmaterialien
- Regelmäßige Reinigung der Spalträume
Drohneninspektion:
Der Spalt selbst ist von außen nicht einsehbar. Sichtbar sind aber die Folgen: Rostfahnen an Flanschen, Korrosionsprodukte an Überlappungen und Dichtungsbereichen. Die ELIOS 3 erfasst solche Verbindungsstellen aus der Nähe, die 3D-Punktwolke zeigt, wo sie in der Anlage liegen. Ob der Spalt geöffnet und genauer geprüft werden muss, entscheidet der Prüfer.
4. Interkristalline Korrosion: Gefahr in der Mikrostruktur
Interkristalline Korrosion zerstört Metalle entlang ihrer Korngrenzen und gefährdet damit die strukturelle Integrität von Industrieanlagen. Diese Korrosionsform läuft im Gefüge ab und ist von außen kaum zu erkennen.
Hauptrisiken:
- Schweißnähte an Edelstahlkonstruktionen
- Wärmebehandelte Metallbauteile
- Hochbelastete Aluminiumkonstruktionen
Präventive Maßnahmen:
- Optimierte Wärmebehandlungsprozesse
- Stabilisierte Stahllegierungen
- Regelmäßige Materialprüfungen
Drohnengestützte Detektion:
Interkristalline Korrosion lässt sich per Kamera erst erkennen, wenn sie an der Oberfläche sichtbar wird – etwa als feine Risse oder Kornzerfall entlang von Schweißnähten. Die ELIOS 3 dokumentiert Schweißnähte und Wärmeeinflusszonen flächig und zeigt dem Prüfer, wo er mit Eindring- oder Gefügeprüfung ansetzen sollte.
5. Spannungsrisskorrosion: Wenn Belastung und Korrosion zusammentreffen
Spannungsrisskorrosion (SpRK) entsteht durch das Zusammenspiel von mechanischer Spannung und korrosivem Angriff. Diese Kombination kann zu plötzlichem Materialversagen führen – besonders kritisch bei Druckbehältern und Pipelines.
Gefährdete Anlagen:
- Hochdruckbehälter
- Chemische Prozessanlagen
- Belastete Rohrleitungssysteme
- Tragende Konstruktionen
Vorbeugende Maßnahmen:
- Spannungsoptimierte Konstruktion
- Einsatz SpRK-resistenter Werkstoffe
- Korrosionsschutz
- Beschichtungen
- Regelmäßige Spannungsmessungen
Drohnenbasierte Überwachung:
Spannungsrisse sind oft sehr fein und erst spät sichtbar. Die ELIOS 3 erfasst Oberflächen und Schweißnähte aus der Nähe, sodass sichtbare Risse dokumentiert und in der 3D-Punktwolke verortet werden. Für den sicheren Nachweis und die Bewertung sind Prüfverfahren wie Magnetpulver-, Eindring- oder Ultraschallprüfung durch den Prüfer nötig.
6. Galvanische Korrosion: Wenn ungleiche Metalle aufeinandertreffen
In feuchter Umgebung führt der Kontakt verschiedener Metalle zu galvanischer Korrosion. Das unedlere Metall wird dabei zum ‚Opfer‘ – ein Prozess, der Bauteile in kurzer Zeit stark schwächen kann.
Kritische Kombinationen:
- Aluminium-Stahl-Verbindungen
- Kupfer-Zink-Kontakte
- Edelstahl-Baustahl-Übergänge
- Metallische Flanschverbindungen
Schutzstrategien:
- Elektrische Isolation zwischen Metallen
- Gezielte Installation von Opferanoden
- Beschichtung gefährdeter Kontaktstellen
Drohneninspektion:
Galvanische Korrosion zeigt sich typischerweise direkt an der Kontaktstelle zweier Metalle: Das unedlere Bauteil korrodiert dort verstärkt. Die Kamera der ELIOS 3 erfasst solche Übergänge – etwa Schrauben, Halterungen oder Flansche aus unterschiedlichen Werkstoffen – und der Inspektionsbericht zeigt, wo sie liegen.
7. Mikrobiell induzierte Korrosion: Biologischer Angriff auf Industrieanlagen
Mikrobiell induzierte Korrosion (MIC) entsteht durch Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen. Betroffen sind vor allem Anlagen mit stehendem Wasser oder feuchten Ablagerungen.
Hauptrisikobereiche:
- Öl- und Gaspipelines
- Industrielle Wassersysteme
- Tanklager und Behälter
- Maritime Anlagen
Gezielte Prävention:
- Systematische Reinigungskonzepte
- Biozid-Behandlung gefährdeter Bereiche
- Antimikrobielle Beschichtungen
- Regelmäßige Biofilmkontrolle
Drohnengestützte Früherkennung:
Sichtbare Hinweise auf MIC sind Biofilme, schleimige Beläge, Ablagerungen und Knollen mit darunterliegenden Mulden – häufig am Tankboden und in der Wasserwechselzone. Die ELIOS 3 erfasst sie in entleerten Behältern, eine Unterwasserdrohne in gefüllten Tanks. Ob es sich tatsächlich um MIC handelt, klärt eine Probenahme im Labor.
8. Erosionskorrosion: Verschleiß und Korrosion zugleich
Erosionskorrosion kombiniert mechanischen Verschleiß mit chemischem Angriff. Besonders in Hochgeschwindigkeits-Strömungssystemen führt diese Kombination zu raschem Materialabtrag.
Gefährdete Bereiche:
- Turbinen und Pumpensysteme
- Hochdruck-Rohrleitungen
- Ventile und Regelarmaturen
- Wärmetauscher
Effektive Gegenmaßnahmen:
- Strömungsoptimierte Konstruktion
- Verschleißfeste Beschichtungen
- Geschwindigkeitsreduktion an Risikostellen
- Regelmäßige Materialstärkenmessung
Drohnenbasierte Inspektion:
Erosionskorrosion hinterlässt typische Spuren: blanke, wellige oder rinnenförmige Oberflächen in Strömungsrichtung, oft an Krümmern, Einläufen und hinter Armaturen. Die ELIOS 3 erfasst solche Stellen in großen Rohrleitungen, Kanälen und Behältern. Die verbleibende Wanddicke misst der Prüfer an den gezeigten Stellen per Ultraschall.
Sichtbare Korrosion verortet – die Bewertung übernimmt Ihr Sachverständiger
Korrosion zeigt sich in vielen Formen – von gut sichtbarer Flächenkorrosion bis zu versteckter Spannungsrisskorrosion. Drohnen wie die ELIOS 3 erfassen auch schwer zugängliche Bereiche systematisch und zeigen, wo sichtbare Schäden liegen. Die Bewertung und weitere Prüfungen übernehmen Sachverständige auf Grundlage unseres Inspektionsberichts. Mehr dazu auf unserer Seite zur Inspektion von Tanks und Silos.
Wer sich weiter in das Thema einlesen möchte, findet im Buch „Principles of Corrosion Engineering and Corrosion Control“ von Zaki Ahmad einen ausführlichen Überblick.

